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Ein Bild gegen Unrecht und Krieg
Gerhart-Hauptmann-Mittelschule Limbach-Oberfrohna info@ghmslo.de
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Limbach-Oberfrohna. Wenn Horst Schieke nach 40 Jahren sein Bild anschaut, gehen ihm manche Fragen durch den Kopf. Hat es noch Gültigkeit? Ist es erhaltenswert? "In heutiger Zeit begehren mehr denn je viele Menschen gegen Unrecht und Krieg auf. Schon unter diesem Aspekt ist das Bild brandaktuell", antwortet der Künstler.

Die Rede ist von einem Wandbild auf einem Flur der Oberfrohnaer Gerhart-Hauptmann-Schule. Es zeigt eine Szene aus Hauptmanns Drama "Die Weber". Der Förderverein der Mittelschule sammelt derzeit Geld für eine Restaurierung des Kunstwerkes. Der Oberfrohnaer Horst Schieke setzte einen Zug schlesischer Weber in Szene. In den ausgemergelten Gesichtern der Menschen steht deren hartes Lös geschrieben. Den Zug führen zwei entschlossen blickende Männer an. Andere stehen dem Aufstand eher abwartend gegenüber, teils noch zögernd diskutieren sie über die Ereignisse. Am Ende des Zuges ist eine Frau zu sehen. An deren Rock klammert sich ängstlich ein Kind. Die Augen der Mutter schauen sorgenvoll in eine Ungewisse Zukunft.

Das Bild entstand 1962. Eine erste Fassung hatte der Künstler bereits 1950 gemalt. "Die Schule war während des Zweiten Weltkrieges ein Lazarett. Danach halfen viele Oberfrohnaer bei der notwendigen Sanierung des Gebäudes mit", erinnert sich der heute 82-Jährige Schieke, der selbst von 1926 bis 1930 in der Schule lernte. Schulleiter Horst Strohbach gab 1950, als die Schule den Namen Gerhart Hauptmann erhielt, das Wandbild in Auftrag. Unmittelbar nach; dem Krieg waren die vorhandenen Materialien, die dem Künstler zur Verfügung standen, jedoch sehr schlecht. Zwölf Jahre später fertigte er deshalb eine neue Fassung an. Für die Darstellung des schlesischen Weberaufstandes hatte er gleich mehrere Gründe. Die schlesische Leineweberei hat viele Parallelen zur Strumpfwirkerei, die viele Jahre die Wirtschaft in Limbach und Oberfrohna dominierte. Auch in Schiekes Familie waren viele seiner Vorfahren als Wirker tätig.

Die Chefin des Schulfördervereins, Marcella Münch, freut sich über viele Leute, die mit ihrer Spende die geplante Restaurierung unterstützen. Auch Mitglieder des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen stehen nicht abseits. Kurt Weihe und Lieselotte Ludwig überreichten eine Spende in Höhe von 250 Euro. Lieselotte Ludwig, die aus Schlesien stammt, meint dazu: "Für uns ist das Bild auch ein Stück heimatliche Kultur. Sie kann unserer Meinung nach nirgendswo besser vermittelt werden, als in einer Schule, wo täglich, viele, junge Leute zusammenkommen.

Freie Presse (SO) 07.03.2003




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